Unternehmensgeschichte

Wir bewahren Werte. Seit über 130 Jahren.

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts haben Priester und Pfarrer Versicherungsvereine im kirchlichen und sozialen Bereich gegründet. Die Idee der Solidargemeinschaft ging einher mit der selbstverständlichen Risikoabsicherung.

Ein gutes Jahrhundert später haben sich die Bedürfnisse der Menschen deutlich verändert. Unsere Werte nicht. Wir sind unserem Anspruch treu geblieben. Wir engagieren uns genau da, wo sich unsere Kunden engagieren – im kirchlichen und sozialen Bereich. Und das sehr erfolgreich, nachhaltig und ethisch vertretbar.

Unternehmenschronik

Über ein Jahrhundert. Versicherer im Raum der Kirchen.

Wir sind seit Jahren als verlässliche Partner für Menschen und Einrichtungen in Kirchen, Diakonie, Caritas und den freien Wohlfahrtsverbänden bekannt. Unsere Ursprünge reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Hier einige Eckdaten:

18. Juli 1882

Gründung vom "Priester-Verein zur Unterstützung schwer erkrankter Mitglieder" durch katholische Priester in Krefeld. Später in "Pax Krankenversicherung im Bereich der katholischen Kirche" umbenannt.

13. Februar 1923

In Goslar wird eine "Evangelische Begräbnis-Unterstützungsvereinigung" ins Leben gerufen, die Urzelle der späteren Familienfürsorge Lebensversicherung.

1924

Gründung der "Krankenkasse des Rheinischen Pfarrervereins" - der Ursprung der Familienfürsorge Krankenversicherung.

2. Juni 1926

In Greiz entsteht (auf Initiative von Pfarrer Karl August Fritsch) die "Pfarrer-Kraftfahrer-Vereinigung (P.K.V.) e.V.", aus der später die Bruderhilfe hervorgeht.

1928

Gründung der "Bruderhilfe der P.K.V. auf Gegenseitigkeit" als Kaskoversicherer für die P.K.V.-Mitglieder.

1931

Die "Evangelische Begräbnis-Unterstützungsvereinigung" schließt sich dem "Verband der Begräbniskassen für die Evangelische Kirchengemeinden" an. Ziel des Verbandes: seinen Mitgliedern finanzielle Hilfe in wirtschaftlichen Notlagen ermöglichen. Eine echte Verbandsarbeit war von 1933 bis 1945 so gut wie unmöglich.

1933

Gründung der "Haftpflicht-Unterstützungskasse kraftfahrender Beamter e. V." - der heutigen HUK-COBURG - (durch Pfarrer Karl August Fritsch) sowie der "Kraftfahrer-Vereinigung Deutscher Lehrer".

1937

Auflösung der "Pfarrer-Kraftfahrer-Vereinigung" auf Druck der Nationalsozialisten. Die 1928 entstandene "Bruderhilfe der P.K.V. auf Gegenseitigkeit" wird in einen sogenannten kleinen Versicherungsverein umgewandelt und erhält vom Reichsaufsichtsamt die Genehmigung zur Aufnahme des Geschäftsbetriebes. Aufnahmeberechtigt waren Geistliche, Theologen, kirchliche Behörden, Körperschaften und Vereine.

nach 1945

Die "Evangelische Begräbnis-Unterstützungsvereinigung" kann unter schwierigen Bedingungen wieder ihre Arbeit aufnehmen. Dabei avanciert die Flüchtlingshilfe zur Hauptaufgabe dieser Nachkriegsjahre. Fällige Versicherungsgelder, die an heimatvertriebene Mitglieder ausgezahlt werden, verhelfen diesen zu einem neuen Start und wirtschaftlicher Konsolidierung.

nach 1945

Die "Bruderhilfe der P.K.V. auf Gegenseitigkeit" wird wieder aktiv. Der Vorstand nimmt Kontakt zu den alten Mitgliedern aus der Zeit vor 1933 auf. Als neuer Firmensitz wird Kassel ausgewählt, der Name zu Bruderhilfe vereinfacht, und die Eintragung zum "Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit" durchgeführt.

1952

Namensänderung der "Evangelischen Begräbnis-Unterstützungsvereinigung" in "Evangelische Familienfürsorge"; Änderung der Rechtsform in einen "großen Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit". Ausweitung des Geschäftsgebietes auf die gesamte Bundesrepublik Deutschland einschließlich Berlin (West). Umzug nach Detmold.

1978

Die Bruderhilfe verstärkt ihre Aktivitäten für die Verkehrssicherheit durch Vergabe eines Preises, die Ausrichtung von Seminaren und die Gründung einer Akademie.

1990

Gemeinsamer Marktauftritt der Unternehmen als Versicherer im Raum der Kirchen. Die Lebensversicherung vollzieht eine ökumenische Öffnung und firmiert unter Familienfürsorge Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit im Raum der Kirchen. Die Krankenversicherung trennt sich vom Namen Pfarrerkrankenkasse und heißt ab jetzt Familienfürsorge Krankenversicherung auf Gegenseitigkeit im Raum der Kirchen.

1995

Der Gleichordnungskonzern der Versicherer im Raum der Kirchen verfügt über gemeinsamen Vertrieb und Marketing.

2000

Die Pax Krankenversicherung VVaG im Bereich der katholischen Kirche (Köln) und die Familienfürsorge Krankenversicherung VVaG im Raum der Kirchen (Düsseldorf) verschmelzen zu einem neuen Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VVaG). Die neu gegründete Pax-Familienfürsorge Krankenversicherung auf Gegenseitigkeit mit Sitz in Düsseldorf nimmt im November 2000 die Rechtsgeschäfte auf. Damit übernimmt die Pax-Familienfürsorge die Rolle der Familienfürsorge Krankenversicherung im Gleichordnungskonzern der Versicherer im Raum der Kirchen.

2002

Der strategische Partner HUK-COBURG engagiert sich finanziell bei der Familienfürsorge Lebensversicherung und erhält eine Minderheitenbeteiligung von 37,2 % an der VRK Holding.

2003

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) genehmigt die Neustrukturierung der Versicherer im Raum der Kirchen. Nach der Devise "Bewährtes erhalten - Neues gestalten" realisiert die Bruderhilfe - Pax - Familienfürsorge eine Konzern- und Unternehmensstruktur, die den bewährten Gedanken des Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit mit den aktuellen aufsichtsrechtlichen, marktgerechten und wirtschaftlichen Erfordernissen in Einklang bringt und in Form von Aktiengesellschaften die Zukunftsfähigkeit der Versicherer im Raum der Kirchen sicherstellt.

2004

Die strategische Partnerschaft mit der HUK-COBURG wird ausgebaut. Die Versicherer im Raum der Kirchen werden Teilkonzern der HUK-COBURG Versicherungsgruppe. Diese übernimmt im Wege einer Kapitalerhöhung die Mehrheit von 65 % an der VRK Holding GmbH.

2012

Mit einem klaren Bekenntnis zu den christlichen Wurzeln stärken die Versicherer im Raum der Kirchen ihre Marktposition. Was als symbolische Klammer unter den traditionellen Firmennamen Bruderhilfe - Pax - Familienfürsorge begann, bildet nun die Dachmarke: Versicherer im Raum der Kirchen. Näher an den kirchlichen Wurzeln, zugleich aber auch moderner, frischer und emotionaler präsentiert sich ab jetzt die neue Marke.

2014

Als erster Versicherer im kirchlichen Markt haben sich die Versicherer im Raum der Kirchen strengen Nachhaltigkeitskriterien verpflichtet: Auf Basis der Handreichungen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) wurden Kriterien für die Kapitalanlage festgelegt. Dieser Nachhaltigkeitsfilter berücksichtigt ethische, soziale und ökologische Aspekte und wurde in Zusammenarbeit mit der Bank für Kirche und Caritas eG erstellt.

November 2016

Die Versicherer im Raum der Kirchen werden als erster Versicherer für ihre nachhaltige Geldanlage mit dem ECOreporter-Siegel ausgezeichnet.

Vita Karl August Fritsch

Sozial engagiert. Politisch verblendet.

Pfarrer Karl-August Fritsch (1889-1961), Gründer der "Pfarrer-Kraftfahrer-Vereinigung", aus der auch die Bruderhilfe hervorgegangen ist, war dem NS-Regime, mehr als bisher bekannt, verbunden.

Pfarrer Karl-August Fritsch, neben dem Berufsschullehrer Wilhelm Ruß einer der beiden Gründerväter von Bruderhilfe und HUK-COBURG, war dem NS-Regime näher verbunden als bisher bekannt. Das ergaben die Recherchen für die Festschrift zum 75-jährigen Firmenjubiläum der HUK-COBURG. Erstmals wurde aus diesem Anlass das Leben von Karl-August Fritsch und von Wilhelm Ruß erforscht. Das Ergebnis: Soziales Engagement schützt nicht vor politischer Verblendung. Der "Autopfarrer" Fritsch war einerseits Gründer eines berufsständischen Automobilclubs für Pfarrer und gründete gemeinsam mit Wilhelm Ruß und dem Versicherungskaufmann Paul Brendel die HUK, um Berufskollegen günstigen Kfz-Versicherungsschutz bieten zu können. Andererseits war Fritsch schon in den zwanziger Jahren Mitglied der "Deutschnationalen Volkspartei" (DNVP), die am äußersten rechten Rand innerhalb der Parteienlandschaft der Weimarer Republik angesiedelt war, und trat schon im Januar 1933 der NSDAP bei. Während der Nazizeit engagierte er sich in verschiedenen Organisationen, unter anderem war er Oberscharführer im Nationalsozialistischen Kraftfahrerkorps. Zwar geriet er als streitbarer Protestant später auch in Konflikt mit dem Regime, doch machte dies ihn nicht zum Gegner des Nationalsozialismus.