Fairness stärkt unseren langfristigen Erfolg
Im Spannungsfeld zwischen Ethik und Wirtschaft: Ein Gespräch mit Christian Zöller, Vorstandsmitglied des Versicherers im Raum der Kirchen (VRK).
Christian Zöller, Vorstandsmitglied des VRK, spricht im Interview über die Bedeutung von Fairness und ethisch-sozialem Handeln in der Versicherungsbranche. Wie lebt unser Unternehmen christliche Werte im täglichen Geschäft? Warum sind Nachhaltigkeit und Transparenz mehr als nur Schlagworte? Und wie meistern wir die Herausforderungen der Digitalisierung, ohne den Menschen aus den Augen zu verlieren?
„Herr Zöller, gleich zu Anfang gefragt: Halten Sie Fairness in der Wirtschaft für naiv oder zukunftsfähig?“
„Fairness im Wirtschaftsleben wird manchmal als naiv abgetan, weil sie nicht auf maximale Gewinne, sondern auf einen fairen Umgang zwischen Kunden und Versicherung setzt. Aus meiner Sicht ist das jedoch alles andere als naiv. Kunden erkennen schnell, wenn sie unfair behandelt werden. Deshalb legen wir großen Wert auf Transparenz und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Kunden, was das Vertrauen stärkt und langfristigen Erfolg sichert.“
„Fairness im Wirtschaftsleben wird manchmal als naiv abgetan, weil sie nicht auf maximale Gewinne, sondern auf einen fairen Umgang zwischen Kunden und Versicherung setzt. Aus meiner Sicht ist das jedoch alles andere als naiv. Kunden erkennen schnell, wenn sie unfair behandelt werden. Deshalb legen wir großen Wert auf Transparenz und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Kunden, was das Vertrauen stärkt und langfristigen Erfolg sichert.“
„Heutzutage sind Begriffe wie „Fairness“ und „Nachhaltigkeit“ in aller Munde, teilweise sogar etwas überstrapaziert. Woran erkennen Kunden des VRK, dass die Werte tatsächlich gelebt werden?“
„Nachhaltigkeit ist auf jeden Fall ein Begriff, der heute inflationär genutzt und von jedem anders interpretiert wird.
Wir beim VRK haben von Anfang an in der Kapitalanlage darauf geachtet, dass wir uns klaren Richtlinien unterwerfen. Dazu lassen wir uns jährlich in einem Audit von ECOreporter zertifizieren.
Es bestätigt uns, dass wir ethisch fair unterwegs sind und zeigt, dass wir unsere Werte konsequent leben. Das ist ebenso an unseren Produkten erkennbar. Wir versichern beispielsweise auch geistig behinderten Menschen im Sachbereich – etwas, das viele andere Versicherer ausschließen.“
„Nachhaltigkeit ist auf jeden Fall ein Begriff, der heute inflationär genutzt und von jedem anders interpretiert wird.
Wir beim VRK haben von Anfang an in der Kapitalanlage darauf geachtet, dass wir uns klaren Richtlinien unterwerfen. Dazu lassen wir uns jährlich in einem Audit von ECOreporter zertifizieren.
Es bestätigt uns, dass wir ethisch fair unterwegs sind und zeigt, dass wir unsere Werte konsequent leben. Das ist ebenso an unseren Produkten erkennbar. Wir versichern beispielsweise auch geistig behinderten Menschen im Sachbereich – etwas, das viele andere Versicherer ausschließen.“
„Was würde es denn Ihrer Meinung nach brauchen, damit ethische und soziale Werte im Versicherungssektor zum Standard werden?“
„Im Finanzsektor spielen institutionelle Anleger eine zentrale Rolle. Die EU ist hier auf einem guten Weg, klare Vorgaben dafür zu definieren, wie Kapitalanlagen nachhaltig auszurichten sind. Ohne die strengen Kriterien der Nachhaltigkeitssiegel und die entsprechende Regulatorik würden viele Versicherer und institutionelle Anleger primär aus Renditegesichtspunkten investieren. Der regulatorische Druck sowie die verpflichtende Berichterstattung führen aber dazu, dass sich viele institutionelle Anleger zunehmend in Richtung nachhaltiger Kapitalanlagen bewegen.“
„Im Finanzsektor spielen institutionelle Anleger eine zentrale Rolle. Die EU ist hier auf einem guten Weg, klare Vorgaben dafür zu definieren, wie Kapitalanlagen nachhaltig auszurichten sind. Ohne die strengen Kriterien der Nachhaltigkeitssiegel und die entsprechende Regulatorik würden viele Versicherer und institutionelle Anleger primär aus Renditegesichtspunkten investieren. Der regulatorische Druck sowie die verpflichtende Berichterstattung führen aber dazu, dass sich viele institutionelle Anleger zunehmend in Richtung nachhaltiger Kapitalanlagen bewegen.“
„Sind faire und nachhaltige Geldanlagen weniger risikoanfällig? Sagen das auch Ihre Erfahrungswerte?“
„Nachhaltige Kapitalanlagen gelten grundsätzlich als weniger risikoanfällig. Eine geringere Risikoanfälligkeit kann in diesem Zusammenhang allerdings auch geringere Erträge bedeuten. Daher ist die sorgfältige Auswahl der Investitionen entscheidend. Bei uns geht es aber nicht in erster Linie um die Sicht auf den Ertrag, sondern den nachhaltigen Blick auf die Anlage:
Bei unserer Altersvorsorge mit dem VRK Ethik Fonds richten wir uns nach den Vorgaben des Arbeitskreises kirchlicher Investoren und denen der katholischen Bischofskonferenz aus. Damit bieten wir unseren Kunden eine ethisch-nachhaltige Wertanlage – auf Basis christlicher Werte. Gleichzeitig profitieren sie von einem gemanagten Fonds mit sehr niedrigen Kosten.“
„Nachhaltige Kapitalanlagen gelten grundsätzlich als weniger risikoanfällig. Eine geringere Risikoanfälligkeit kann in diesem Zusammenhang allerdings auch geringere Erträge bedeuten. Daher ist die sorgfältige Auswahl der Investitionen entscheidend. Bei uns geht es aber nicht in erster Linie um die Sicht auf den Ertrag, sondern den nachhaltigen Blick auf die Anlage:
Bei unserer Altersvorsorge mit dem VRK Ethik Fonds richten wir uns nach den Vorgaben des Arbeitskreises kirchlicher Investoren und denen der katholischen Bischofskonferenz aus. Damit bieten wir unseren Kunden eine ethisch-nachhaltige Wertanlage – auf Basis christlicher Werte. Gleichzeitig profitieren sie von einem gemanagten Fonds mit sehr niedrigen Kosten.“
„Gewinnen Nachhaltigkeit und ethisch-soziale Werte bei der Geldanlage weiterhin an Bedeutung?“
„Das sehe ich leider nicht mehr so. Seit der Energiekrise, dem Überfall Russlands auf die Ukraine und aktuell wegen der Iran-Krise im Nahen Osten, sind die Energiekosten stark gestiegen sind. Damit ist eine Trendumkehr da. Die Menschen befürworten Nachhaltigkeit weiterhin, aber es darf nicht teurer sein. Man merkt, dass viele Unternehmen den Begriff daher schon weniger in ihrer Außendarstellung verwenden. Allgemein bleibt es abzuwarten, wie sich auch mit Blick auf die USA alles entwickelt, wo die Folgewirkungen des CO2-Ausstoßes geleugnet werden.
Für uns als Unternehmen ist die aktuelle Entwicklung spannend, aber nicht schlecht, weil wir so eine Nische von Kunden bedienen, die von unseren ethisch-sozialen Werten überzeugt sind.“
„Das sehe ich leider nicht mehr so. Seit der Energiekrise, dem Überfall Russlands auf die Ukraine und aktuell wegen der Iran-Krise im Nahen Osten, sind die Energiekosten stark gestiegen sind. Damit ist eine Trendumkehr da. Die Menschen befürworten Nachhaltigkeit weiterhin, aber es darf nicht teurer sein. Man merkt, dass viele Unternehmen den Begriff daher schon weniger in ihrer Außendarstellung verwenden. Allgemein bleibt es abzuwarten, wie sich auch mit Blick auf die USA alles entwickelt, wo die Folgewirkungen des CO2-Ausstoßes geleugnet werden.
Für uns als Unternehmen ist die aktuelle Entwicklung spannend, aber nicht schlecht, weil wir so eine Nische von Kunden bedienen, die von unseren ethisch-sozialen Werten überzeugt sind.“
„Fairness spielt für viele nicht nur bei der Geldanlage eine große Rolle, sondern auch im Glauben. Was bedeutet für Sie persönlich Fairness, wie beeinflusst das ihre Entscheidungen im Unternehmen?“
„Fairness bedeutet für mich, alle Beteiligten zu berücksichtigen und ihre Interessen zu wahren, anstatt allein auf die Unternehmensziele zu fokussieren. Dazu gehören für mich ganz klar sowohl die Interessen der Kunden als auch die unserer Mitarbeitenden. Ein faires Miteinander aller Beteiligten ist mir sehr wichtig – und ich bin überzeugt, dass unsere Mitarbeitenden das genauso empfinden. Dass sich in den vergangenen Jahren immer mehr Kunden für uns entscheiden, sehe ich als Bestätigung.“
„Fairness bedeutet für mich, alle Beteiligten zu berücksichtigen und ihre Interessen zu wahren, anstatt allein auf die Unternehmensziele zu fokussieren. Dazu gehören für mich ganz klar sowohl die Interessen der Kunden als auch die unserer Mitarbeitenden. Ein faires Miteinander aller Beteiligten ist mir sehr wichtig – und ich bin überzeugt, dass unsere Mitarbeitenden das genauso empfinden. Dass sich in den vergangenen Jahren immer mehr Kunden für uns entscheiden, sehe ich als Bestätigung.“
„Mit Blick auf die nächsten Jahre: Was macht Ihnen bei zunehmenden Anforderungen und steigendem Digitalisierungsdruck Hoffnung, dass dieses faire Miteinander nicht verloren geht – und vielleicht sogar an Bedeutung gewinnt?“
„Tatsächlich liegt meine größte Sorge in diesem Zusammenhang bei den Mitarbeitenden.
Digitalisierung bedeutet, dass einfache Vorgänge zunehmend online oder vollautomatisch abgewickelt werden. Übrig bleiben komplexere Fälle, die seltener auftreten – und die Arbeit dadurch anspruchsvoller machen. Die Mitarbeitenden mitzunehmen, sie darauf vorzubereiten und entsprechend auszubilden, sehe ich als zentrale Herausforderung.
Gleichzeitig ist auch die Kundensicht entscheidend, etwa bei der Frage nach dem Einsatz künstlicher Intelligenz. Manche schätzen eine jederzeitige Erreichbarkeit, andere möchten nicht mit einem Chatbot sprechen. In dieser technischen Entwicklung ein neues Miteinander zwischen den Interessen der Kunden und denen der Mitarbeitenden zu finden, halte ich für eine der großen zukünftigen Aufgaben.
Natürlich ist die Akzeptanz von neuen technischen Entwicklungen bei der jüngeren Generation größer als bei den Älteren, aber das ist schon immer so gewesen. Ich glaube, wenn man erkennt, wie man sie richtig einsetzt, dann kann technische Veränderung ein Segen sein. Wichtig ist der Wille, sich mit zu entwickeln. Wenn wir lebenslanges Lernen nicht als Spruch sehen, dann können wir an allen Veränderungen wachsen.
Ein faires Miteinander gibt mir dabei Hoffnung, weil es bedeutet, dass wir diesen Weg gemeinsam gehen.“
„Tatsächlich liegt meine größte Sorge in diesem Zusammenhang bei den Mitarbeitenden.
Digitalisierung bedeutet, dass einfache Vorgänge zunehmend online oder vollautomatisch abgewickelt werden. Übrig bleiben komplexere Fälle, die seltener auftreten – und die Arbeit dadurch anspruchsvoller machen. Die Mitarbeitenden mitzunehmen, sie darauf vorzubereiten und entsprechend auszubilden, sehe ich als zentrale Herausforderung.
Gleichzeitig ist auch die Kundensicht entscheidend, etwa bei der Frage nach dem Einsatz künstlicher Intelligenz. Manche schätzen eine jederzeitige Erreichbarkeit, andere möchten nicht mit einem Chatbot sprechen. In dieser technischen Entwicklung ein neues Miteinander zwischen den Interessen der Kunden und denen der Mitarbeitenden zu finden, halte ich für eine der großen zukünftigen Aufgaben.
Natürlich ist die Akzeptanz von neuen technischen Entwicklungen bei der jüngeren Generation größer als bei den Älteren, aber das ist schon immer so gewesen. Ich glaube, wenn man erkennt, wie man sie richtig einsetzt, dann kann technische Veränderung ein Segen sein. Wichtig ist der Wille, sich mit zu entwickeln. Wenn wir lebenslanges Lernen nicht als Spruch sehen, dann können wir an allen Veränderungen wachsen.
Ein faires Miteinander gibt mir dabei Hoffnung, weil es bedeutet, dass wir diesen Weg gemeinsam gehen.“
Seit über 100 Jahren eine starke Wertegemeinschaft
Wir sind Ihr erfahrener Partner für umfassende Versicherungslösungen. Durch unsere christlichen Werte geprägt, legen wir Ihre Versicherungsbeiträge konsequent nach strengen ethischen, sozialen und ökologischen Nachhaltigkeitskriterien an. Diese werden jährlich von ECOreporter geprüft und bestätigt. Seit 2016 sind wir der einzige Versicherer in Deutschland mit dieser Auszeichnung.
Wir sind Ihr erfahrener Partner für umfassende Versicherungslösungen. Durch unsere christlichen Werte geprägt, legen wir Ihre Versicherungsbeiträge konsequent nach strengen ethischen, sozialen und ökologischen Nachhaltigkeitskriterien an. Diese werden jährlich von ECOreporter geprüft und bestätigt. Seit 2016 sind wir der einzige Versicherer in Deutschland mit dieser Auszeichnung.
Zur Person:
Christian Zöller, geboren 1970 in Siegen, ist seit 2020 Vorstandsmitglied aller Gesellschaften des Versicherers im Raum der Kirchen (VRK).
Nach dem Studium der Wirtschaftsmathematik kam Christian Zöller 1997 zum HUK-COBURG-Konzern, zu dem auch der VRK gehört. Er war seither in verschiedenen Funktionen tätig. Ab 2012 war er als Aktuar für die VRK Krankenversicherung AG verantwortlich und wechselte danach in den Vorstand des VRK. Durch sein langjähriges, berufliches Aufgabenfeld aber vor allem auch durch sein ehrenamtliches Engagement, sind sie Kirche und Soziales ein fester Bestandteil seines Lebens.
Zur Person:
Christian Zöller, geboren 1970 in Siegen, ist seit 2020 Vorstandsmitglied aller Gesellschaften des Versicherers im Raum der Kirchen (VRK).
Nach dem Studium der Wirtschaftsmathematik kam Christian Zöller 1997 zum HUK-COBURG-Konzern, zu dem auch der VRK gehört. Er war seither in verschiedenen Funktionen tätig. Ab 2012 war er als Aktuar für die VRK Krankenversicherung AG verantwortlich und wechselte danach in den Vorstand des VRK. Durch sein langjähriges, berufliches Aufgabenfeld aber vor allem auch durch sein ehrenamtliches Engagement, sind sie Kirche und Soziales ein fester Bestandteil seines Lebens.